Medikamente gegen schwere Formen der Akne

Medikamente gegen Akne: Sinnvoll bei schweren Formen der AkneDie Gabe klassischer Medikamente ist bei einer normalen Form der Akne normalerweise nicht notwendig. Nichtsdestotrotz können mittelschwere bis schwere Formen der Akne durchaus mit Medikamenten behandelt werden, um das Leid des Patienten zu lindern. Zur Auswahl stehen dabei vier klassische Medikamente, die allesamt verschreibungspflichtig sind, und Zink.

Bitte beachten Sie, dass Medikamente niemals in Eigenregie eingenommen werden sollten. Stattdessen werden sie durch einen Arzt verschrieben, der die Behandlung und dessen Erfolge regelmäßig überwacht. Rezeptpflichtige Medikamente erhält man normalerweise nur dann, wenn Cremes, Peelings und Co zuvor versagt und keine Besserung der Gesichtshaut herbeigeführt werden.

Achtung: Während der Einnahme von Medikamenten gegen Akne kann es passieren, dass sich das Hautbild zuerst noch weiter verschlechtert und es sich erst nach einiger Zeit bessert. Aus diesem Grund ist dabei Durchhaltevermögen gefragt. Des Weiteren kann es natürlich passieren, dass es nach dem Absetzen zu einem Rückfall kommt.

Antibiotika gegen Bakterien

Blühende Pickel sind ehemalige Mitesser, die geöffnet wurden und sich dann mit Bakterien infiziert haben. Bei mittelschwerer bis schwerer Akne eignen sich deshalb vor allem Antibiotika zur Behandlung, um entsprechende Bakterien abzutöten. Beispiele für Antibiotika, die bei Akne verwendet werden können, sind die folgenden Arzneimittel:

  • Tetracyclin (Vorsicht: Unbedingt UV-Strahlung/Sonne während der Behandlung meiden)
  • Doxycyclin
  • Minocyclin (Vorsicht: teils starke Nebenwirkungen)
  • Erythromycin (Vorsicht: Nicht bei Herzrhythmusstörungen oder bei Störungen des Elektrolythaushalts)

Durch die Gabe von Antibiotika wird das Wachstum der Bakterien, die Akne auslösen, gehemmt und somit Neuinfektionen offener Mitesser verhindert.

Die Medikamente sollten mindestens über einen Zeitraum von einem Monat hinweg eingenommen werden. Nach einem Zeitraum von drei Monaten sollte das Antibiotikum allerdings vorerst abgesetzt werden, da die entsprechenden Bakterien ansonsten eine Resistenz gegen den Wirkstoff entwickeln könnten.

Isotretinoin: Der Holzhammer gegen Akne

Bei Isotretinoin handelt es sich um ein nicht-aromatisches Retinoid, das das Bakterienwachstum vermindert, entzündungshemmend wirkt und die Talgproduktion zurückfährt. Nach der Behandlung mit dem Medikament sind rund 85 Prozent aller Patienten beschwerdefrei. Isotretinoin wird normalerweise über einen Zeitraum von sechs Monaten hinweg verschrieben.

So gut die hier genannten Resultate auch klingen mögen: Die Behandlung mit Isotretinoin kann zahlreiche und erhebliche Nebenwirkungen nach sich ziehen:

  • Nachtblindheit
  • Austrocknung von Haut und Schleimhäuten (führt zu Nasenbluten, spröden Lippen und Schuppenbildung)
  • Verminderte Tränenproduktion
  • Austrocknung der Augen (besonders fatal bei Kontaktlinsenträgern)

Des Weiteren sind manche Experten davon überzeugt, dass Isotretinoin zu depressiven Verstimmung und zu einer erhöhten Selbstmordrate führen kann. Diese Hypothese wurde aktuell jedoch noch nicht wissenschaftlich belegt. Nach der Behandlung verschwinden die Nebenwirkungen natürlich wieder.

Isotretinoin darf niemals gleichzeitig mit Antibiotika eingenommen werden. Wenn man von Isotretinoin auf Antibiotika (oder umgekehrt) umsteigen möchte, sollte mindestens ein Tag Pause dazwischen liegen.

Des Weiteren sollte eine mögliche Schwangerschaft vor der Behandlung unbedingt ausgeschlossen werden. Ansonsten ist eine Schädigung des ungeborenen Kinds möglich. Zusätzlich sollte man während der Zeit der Behandlung gewissenhaft verhüten, damit es nicht währenddessen zu einer Schwangerschaft kommt.

Die gesamte Behandlung muss ständig von einem Arzt überwacht werden. Mithilfe regelmäßiger Blutentnahmen kontrolliert dieser die Leberwerte und den Fettstoffwechsel des Patienten. Anhand dieser Ergebnisse wird dann über den weiteren Verlauf der Behandlung entschieden.

Antibabypillen für ein besseres Hautbild

Antibabypillen der dritten und der vierten Generation verbessern das Hautbild teils enorm, da sie die Konzentration männlicher Sexualhormone im Organismus senken. Dies wird mithilfe des weiblichen Sexualhormons Östrogen und mit antiandrogenen Gestagenen bewerkstelligt.

Eine geringere Konzentration der körpereigenen Androgene führt dazu, dass sowohl weniger Talg, als auch weniger Hornmaterial innerhalb des Talgdrüsenapparats gebildet werden. Somit sinkt das Risiko, dass die Poren, in denen sich die Talgdrüsen befinden, verstopfen.

Die Gabe von speziellen Antibabypillen sollte immer zuerst mit dem behandelnden Frauenarzt abgesprochen werden. Dabei sollte beispielsweise abgeklärt werden, ob die Patientin zu Thrombosen neigt oder nicht. Antibabypillen, die das Hautbild verbessern, erhöhen für gewöhnlich das Thromboserisiko. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Rauchen und wenig Bewegung im Alltag. Wenn diese Faktoren gegeben sind, sollte man unbedingt auf eine solche Antibabypille verzichten.

Männer dürfen natürlich grundsätzlich keine Antibabypille einnehmen.

Folgende Antibabypillen sind dafür bekannt, dass sie das Hautbild der Patientinnen verbessern können:

  • Belara
  • Diane-35
  • Valette
  • Petibelle
  • Yasmin

Kortison gegen Akne

Kortison wirkt entzündungshemmend und kann in besonders schweren Fällen von Akne eingesetzt werden. Da Kortison gleichzeitig jedoch zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann und sich nicht für den dauerhaften Gebrauch eignet, kommt das Medikament bei Akne nur sehr selten zum Einsatz.

Medikamente ohne Rezept: Zink

Zink ist der einzige Wirkstoff in dieser Liste, der nicht verschreibungspflichtig ist. Nichtsdestotrotz kann die entzündungshemmende Wirkung bei mittelschwerer Akne Sinn machen. Zink sorgt bei der Einnahme außerdem für einen antiandrogenen Effekt, sodass die Talgproduktion zurückgefahren wird.

Da Zink jedoch bei Akne keine Wunder bewirken kann, empfiehlt sich die Anwendung nur, wenn die anderen Medikamente – aus welchen Gründen auch immer – ungeeignet sind.

Anwendungshinweis: Zink sollte immer abseits der regulären Mahlzeiten eingenommen werden, da ein voller Magen die Aufnahme verlangsamt.