Aknenarben: Effektiv vorbeugen & Narben richtig behandeln

Aknenarben: Effektiv vorbeugen & bestehende Narben richtig behandelnBei leichten bis mittleren Fällen von Akne verschwindet die Hauterkrankung meist früher oder später von ganz alleine wieder – ohne Spuren zu hinterlassen. Anders ist es bei schweren Ausprägungen oder bei einer falschen Behandlung der Mitesser und Pickel. In solchen Fällen kann es zur Entstehung von Aknenarben kommen, die das Gesicht für den Rest des Lebens prägen.

Für viele Menschen sind solche Aknenarben eine extreme psychische Belastung. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die moderne Medizin zahlreiche Methoden hervorgebracht hat, um Aknenarben möglichst effektiv zu behandeln.

Welche Möglichkeiten es dabei gibt, erfahren Sie im folgenden Artikel. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie Aknenarben vorbeugen, wie sie überhaupt erst entstehen und welche verschiedenen Formen es dabei gibt.

Wie entstehen Aknenarben?

Aknenarben entstehen immer dann, wenn bei Entzündungen tiefe Wunden entstehen, die mit „Ersatzbindegewebe“ geschlossen werden müssen. Das Problem dabei: Dieses „Ersatzbindegewebe“ unterscheidet sich sowohl äußerlich als auch funktionell vom gesunden Hautgewebe. Aknenarben springen dem Betrachter daher sofort ins Auge.

Tiefe Wunden entstehen während des Lebenszyklus eines Pickels jedoch nicht zwangsläufig. Eine falsche Behandlung des Pickels führt häufig dazu, dass Bakterien in die offene Wunde geraten. Diese führen daraufhin zu mehr oder weniger starken Entzündungen, die tiefe Wunden nach sich ziehen können.

Des Weiteren gilt: Je älter man wird, desto schlechter stehen die Chancen auf eine narbenlose Verheilung einer Wunde. Wunden heilen im Alter nur sehr langsam ab, was die Entstehung von Aknenarben begünstigt.

Aknenarben entstehen vor allem bei schweren Formen von Akne vulgaris und bei Akne inversa im Allgemeinen.

Narben schränken die Funktion der Haut ein

Das „Ersatzbindegewebe“ unterscheidet sich nicht nur äußerlich von den gesunden Hautpartien. Es verfügt zudem über so gut wie keine Funktionen mehr, über die gesunde Haut normalerweise verfügt.

So fehlen beispielsweise die Talg- und Schweißdrüsen sowie die Haarfollikel. Vernarbtes Gewebe schwitzt nicht, wird schlechter durchblutet und ist haarlos und weniger elastisch. Der letztgenannte Umstand führt häufig dazu, dass Narbengewebe verhärtet. Des Weiteren können Aknenarben nicht „atmen„. Der Ausstoß von Schadstoffen, der normalerweise über die Haut erfolgt, bleibt deshalb aus.

Aknenarben unterscheiden sich voneinander

Grundsätzlich unterscheidet sich Narbengewebe hinsichtlich seiner Farbe, der Form, dem Grad der Verhärtung und der Ausprägung. Dabei werden hauptsächlich zwei Typen unterschieden: Die atrophen und die hypertrophen Narben.

Atrophe Narben werden auch als „Eispickelnarben“ bezeichnet, da die Gesichtshaut ausgestanzt wirkt. Solche Aknenarben liegen tiefer als gesunde Haut und wirken eingesunken. Atrophe Narben entstehen, wenn während der Wundheilung nicht genügend Bindegewebe vom Körper gebildet wird. Es kommt also zum Gewebeverlust.

Hypertrophe Narben liegen hingegen höher als das restliche Hautgewebe. Sie ragen wie kleine Berge aus der Gesichtshaut heraus. In diesem Fall bildet der Körper nicht zu wenig Narbengewebe, sondern zu viel. Hierbei handelt es sich um minderwertiges Bindegewebe (siehe oben), das keine wirkliche Funktion mehr erfüllt und als „Lückenfüller“ dient.

Atrophe und hypertrophe Narben haben gemeinsam, dass sie sich lediglich über das Gebiet des ursprünglichen Entzündungsherdes erstrecken.

Sonderfall Keloide: Bei Keloiden handelt es sich um Wucherungen, die über den eigentlichen Entzündungsherd herausragen. Bei Akne kommt es glücklicherweise eher selten zur Entstehung von Keloiden. Viel häufiger kommen sie bei Verbrennungen und Verätzungen vor.

Wie verhindert man die Entstehung von Aknenarben?

Der Schlüssel, um die Entstehung von Aknenarben erfolgreich zu verhindern, ist die Vermeidung von Entzündungen. Empfehlenswert bei Akne sind deshalb zum Beispiel antibiotische Cremes und Gels.

Außerdem sollte man davon absehen, Pickel selbst auszudrücken. Die meisten Menschen haben dabei nämlich kontaminierte Finger, weshalb Bakterien von den Händen, über die Gesichtshaut bis in die Wunde des ausgedrückten Pickels gelangen können. Solche Aufgaben sollte man immer geeignetem Fachpersonal überlassen. Sprich: Hautärzten und Kosmetikern.

Wie werden bestehende Aknenarben behandelt?

Aknenarben können in der heutigen Zeit zwar relativ vielfältig behandelt werden, allerdings sollte man dabei keine Wunder erwarten. Narben können nie gänzlich entfernt werden. Stattdessen ist es aber möglich, Narbengewebe zu verkleinern und unauffälliger zu gestalten.

Die Entscheidung, welche Methode man dabei nutzt, sollte man dem behandelnden Dermatologen überlassen. Eine Behandlung in Eigenregie kann mehr Schaden anrichten als beheben.

1. Gels und Salben

Bei Gels und Salben, die beispielsweise Allantoin, Dexpanthenol, Zwiebelextrakt und Heparin enthalten, handelt es sich um die einzige Methode in dieser Liste, die man alleine von Zuhause aus durchführen kann. Gels und Salben sind relativ kostengünstig und ungefährlich. Sie eignen sich vor allem für die Anwendung bei hypertrophen Narben.

Leider handelt es sich hierbei gleichzeitig auch um die ineffektivste Behandlungsmethode. Nichtsdestotrotz kann man es bei leichten Aknenarben sicherlich einmal versuchen. Die Anwendung erfolgt meist über mehrere Wochen und Monate hinweg.

2. Chemisches Peeling

Chemische Peelings haben eine reizende bzw. ätzende Wirkung auf die Haut. Mithilfe von leichten Verätzungen werden die obersten Hautschichten somit unter ärztlicher Aufsicht entfernt. Chemische Peelings eignen sich beispielsweise zur Entfernung von großen Poren, von Akne, von Aknenarben und von Alters- bzw. Pigmentflecken.

In Deutschland sind bei dieser Behandlungsmethode Fruchtsäuren am weitesten verbreitet. Alternativen stellen Trichloressigsäure und Phenol dar. Grundsätzlich gibt es auch niedrigere Dosierungen für Daheim, jedoch sorgen chemische Peelings mit einer höheren Konzentration für bessere Ergebnisse. Je höher konzentriert die Säure ist, desto mehr Hautschichten sind davon betroffen. Normalerweise sind einige Sitzungen notwendig, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Nach einem chemischen Peeling sollte man unbedingt auf einen ausreichenden Schutz der Haut achten. Im Sommer empfiehlt sich beispielsweise Sonnencreme.

3. Mikrodermabrasion (Abschleifung)

Unter dem Fachbegriff Mikrodermabrasion versteckt sich nichts anderes als eine Hautabschleifung. In mehreren Sitzungen wird die Haut mit kleinen Mini-Kristallen beschossen, die dafür sorgen, dass die obersten Hautschichten abgetragen werden. Die Anwendung erfolgt normalerweise schmerzfrei und wird in den meisten Fällen beim Kosmetiker durchgeführt.

4. Laserbehandlung

Auch mithilfe eines medizinischen Lasers (zum Beispiel CO2-Laser) kann Narbengewebe effektiv entfernt werden. Der Laser schießt kleine Löcher in das Narbengewebe, die wiederum verheilen und das Narbengewebe somit von innen heraus straffen. Es zieht sich daraufhin zusammen und wird dadurch kleiner.

Auch hier sind mehrere Sitzungen notwendig, um ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen.

5. Injektionen von Kollagen & Kortison

Bei atrophen Narben kann die Injektion von Kollagen eine sinnvolle Anwendung sein. Die Narben werden dadurch aufgespritzt, wodurch sie auf dieselbe Ebene gelangen wie das gesunde Hautgewebe.

Hier gibt es jedoch ein großes Problem: Das gespritzte Kollagen wird im Laufe der Zeit vom Körper abgetragen. Sprich: Die atrophen Narben „sinken wieder ein„. Um das erneute Absinken zu verhindern, müssen die Aknenarben in regelmäßigen Abständen aufgespritzt werden.

Bei hypertrophen Narben kann die Injektion von Kortison Sinn machen. Kortison sorgt dafür, dass sich Narbengewebe auflöst. Auf diese Weise wird die typische Erhebung von hypertrophen Narben entfernt.

6. Vereisung (Kryotherapie)

Aknenarben können außerdem mithilfe von flüssigem Stickstoff entfernt werden. Dieser gefriert das Gewebe – danach kann es relativ problemlos abgetragen werden. Ist dies geschehen, baut sich an den entsprechenden Stellen wieder von alleine gesundes Gewebe auf.

Insgesamt wird die Haut geschmeidiger und flacher. Die Anwendung lohnt sich also insbesondere bei hypertrophen Aknenarben.

7. Operative Entfernung

Die operative Entfernung von Aknenarben sollte nur in Extremfällen durchgeführt werden, wenn die Haut des Patienten kaum noch zu retten ist. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass die Haut nach der Entfernung erneut zusammengenäht werden muss. Auch hierbei entsteht eine Narbe, die jedoch deutlich kleiner und platzierter ausfällt, als die typischen Aknenarben.