Akne tarda: Ursachen, Symptome & erste Hilfe

Akne tarda: Ursachen, Symptome & erste Hilfe bei ErwachsenenakneAkne tarda ist eine spezielle Hauterkrankung, die ausschließlich bei Frauen und meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auftritt. Aus diesem Grund wird die Erkrankung auch als Erwachsenenakne bzw. Spätakne bezeichnet.

Wie bei der gewöhnlichen Akne (Akne vulgaris) auch, sind Hormonschwankungen und männliche Sexualhormone für eine Talgüberproduktion im Gesichtsbereich verantwortlich. Die Poren verstopfen dadurch und es entstehen Pickel, die sich bei Kontakt mit Bakterien entzünden können. Besonders betroffen sind dabei das Kinn und die Wangen. Die Ausprägung der Symptome ist individuell unterschiedlich.

Frauen sind besonders häufig von Akne tarda betroffen, wenn sie die Antibabypille absetzen, unter chronischem Stress leiden, sich falsch ernähren oder in die Wechseljahre kommen.

Das unschöne Hautbild ist für viele Frauen eine psychische Belastung, die wiederum zu sozialer Isolation führen kann.

Betroffene Risikogruppen

Akne tarda tritt hauptsächlich bei Frauen zwischen 20 und 40 Jahren auf. Aber auch jenseits des 40. Lebensjahres kann sich die Hautkrankheit manifestieren – insbesondere während der Wechseljahre, wenn es zu massiven Hormonschwankungen kommt. Statistisch gesehen tritt Akne tarda bei jeder vierten Frau im mittleren Erwachsenenalter auf.

Bei Akne tarda spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob eine Patientin während der Pubertät bereits unter Akne vulgaris gelitten hat oder nicht. Bei manchen Frauen treten die lästigen Mitesser und Pickel deshalb erneut auf, wohingegen andere zum ersten Mal in ihrem Leben damit konfrontiert werden.

Die meisten Frauen erkranken zwischen dem 21. und dem 30. Lebensjahr unter Akne tarda. Hier gilt: Je älter man wird, desto unwahrscheinlicher wird das Auftreten der Hauterkrankung.

Ursachen von Akne tarda

Grundsätzlich wird Akne tarda durch einen Überschuss an männlichen Sexualhormonen – sogenannten Androgenen – ausgelöst. Diese Hormone sorgen dafür, dass in den Talgdrüsen der Haut vermehrt Talg produziert wird. Der Abtransport dieses Talgs kann vom Organismus früher oder später nicht mehr bewältigt werden, sodass die Poren verstopfen. Es entstehen klassische Mitesser und Pickel.

Wenn diese Pickel – ob absichtlich oder unabsichtlich – geöffnet werden, können Bakterien hineingelangen, die wiederum zu Entzündungen führen können. Es entstehen „blühende Pickel„.

Abgesehen von den Veränderungen im Hormonhaushalt, existieren aktuell zwei Hypothesen, die das Auftreten von Akne tarda erklären können. Das sind zum einen spezielle Medikamente, und zum anderen chronischer Stress im Beruf oder auch im Privatbereich.

Die Hypothese, die chronischen Stress als Ursache sieht, wurde Anfang der 1990er Jahre vom Dermatologen Professor Albert Kligman aufgestellt. Seine Hypothese galt lange Zeit als umstritten, bis sie von Professor William J. Cunliffe, einem anerkannten Akne-Experten, in Form einer Studie bestätigt wurde.

Außerdem wurde bereits nachgewiesen, dass Medikamente wie Kortison, Mittel gegen Epilepsie und Antidepressiva Akne tarda hervorrufen können.

Experten sind sich des Weiteren sicher, dass die Zahl der Patienten, die unter Akne tarda leiden, zukünftig ansteigen wird. Der Grund: Immer mehr Menschen ernähren sich ungesund und hauptsächlich von industriell gefertigte Produkte, die zahlreiche fragwürdige Zusatzstoffe beinhalten.

Behandlung der Erwachsenenakne

  • Arzt aufsuchen
    Zuallererst sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, um abklären zu lassen, ob es sich bei den Pickeln um Akne tarda oder lediglich eine Allergie handelt. Im selben Schritt wird der Arzt – je nach Befund – eine Behandlungsstrategie vorschlagen, an die sich der Patient halten sollte.
  • Die richtige Hautpflege
    Patientinnen, die unter Akne tarda leiden, sollten besonders gründlich bei der Hautpflege vorgehen. Das Gesicht und vor allem die betroffenen Hautpartien sollten täglich gründlich gereinigt werden. Entsprechende Lotionen und Reinigungsmittel sollten sicherheitshalber in der Apotheke erworben werden.
  • Antibiotische Creme
    Wenn sich die Pickel bereits entzündet haben, ist dies ein Anzeichen für die Anwesenheit von Bakterien. In solchen Fällen empfiehlt sich eine antibiotische Creme, die die Bakterien abtötet und eine weitere Ausbreitung verhindert.
  • Ernährungsumstellung
    Es ist bekannt, dass eine ungesunde und künstliche Ernährung Akne tarda begünstigt. Es wird deshalb empfohlen, sich möglichst naturnah und ohne künstliche Zusatzstoffe zu ernähren.
  • Antibabypille für ein besseres Hautbild
    Antibabypillen der aktuellen Generation beinhalten häufig Antiandrogene, die die Konzentration von männlichen Sexualhormonen im weiblichen Körper senken können. Diese Antibabypillen sind dafür bekannt, für ein besseres Hautbild zu sorgen. Auch bei Akne tarda können sie weiterhelfen.
  • Peeling bis Schälkur
    Je nachdem wie stark die Hauterkrankung ausgeprägt ist, werden Peelings oder richtige Schälkuren (Mikrodermabrasion) empfohlen, die die oberen Hautschichten abtragen. Auch auf diese Weise lässt sich das Hautbild verbessern.
  • Pickel niemals selbst öffnen
    Pickel sollten stets von ausgebildetem Fachpersonal geöffnet werden. Wenn man es selbst versucht, kann es zu Schädigungen der Haut kommen, die die Akne tarda nur weiter verschlimmern. Häufig dringen dabei aufgrund von kontaminierten Fingern noch mehr Bakterien in die offenen Wunden ein.
  • Dezentes Makeup verwenden
    Bei Akne tarda darf Makeup verwendet werden, sofern dieses nur dezent aufgetragen wird. Die Haut muss noch atmen können und die Poren freiliegen. Mit einem dezenten Makeup lässt sich eine leichte Form der Akne tarda relativ einfach kaschieren, was insbesondere dem Selbstbewusstsein zugutekommt.
  • Stress vermeiden
    Wie wir bereits erwähnt haben, kann Stress eine Hauptursache für die Entstehung von Akne tarda sein. Es wird deshalb empfohlen, Stress so gut es geht zu vermeiden. Im Beruf kann man beispielsweise manche Arbeiten an Kollegen abgeben.
  • Entspannungsübungen und Sport
    Stress sollte nicht nur vermieden, sondern auch bewältigt werden. Dafür bieten sich spezielle Entspannungsübungen an – zum Beispiel Meditation oder Yoga. Auch leichtes Ausdauertraining wirkt sich positiv auf den Stresspegel aus und verbessert die Durchblutung.
  • Regelmäßige Saunagänge
    Saunieren öffnet die Poren, senkt den Stresslevel und trägt zur Entspannung bei. Wer nicht in die Sauna gehen möchte, der kann sich Zuhause eine Gesichtssauna einrichten. Zur Not reichen auch ein Topf mit heißem Wasser und ein Handtuch aus, um die Gesichtsporen zu öffnen. Achtung: Nicht verbrühen!
  • Rotlicht
    Es ist bewiesen, dass die Bestrahlung mit Rotlicht zu einer Verbesserung des Hautbildes beitragen kann. Eine entsprechende Lampe kann man sich bereits für wenig Geld zulegen.