Akne inversa: Ursachen, Behandlung & Symptome

Akne inversa: Ursachen, Behandlung, Diagnose & SymptomeAkne inversa ist eine äußerst seltene Hauterkrankung, die sich vor allem in Form von großflächigen Entzündungen im Achsel- und Genitalbereich äußert. Im Laufe der Erkrankung kann es zu Eiteransammlungen, starken Schmerzen, Abszessen, Fisteln und zu schwerer Narbenbildung kommen.

Die Symptome von Akne inversa schränken die Lebensqualität des Patienten massiv ein und schlagen früher oder später auch auf die Psyche. Unbehandelt breitet sich die Krankheit immer weiter aus und nimmt normalerweise einen chronischen Verlauf.

Akne inversa tritt vor allem bei Frauen zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr auf – aber auch Männer können betroffen sein. In 49 Prozent aller Fälle tritt die Krankheit in Kombination mit der gewöhnlichen Akne (Akne vulgaris) auf.

Bleibt die Hauterkrankung unbehandelt, müssen die entsprechenden Hautpartien und das Unterhautfettgewebe in den meisten Fällen operativ entfernt werden. Trotz Operation tritt die Krankheit bei vielen Patienten erneut auf. Ist dies der Fall, sind weitere chirurgische Eingriff notwendig.

Symptome von Akne inversa

Akne inversa kann überall dort auftreten, wo sich Hautfalten bilden. Am häufigsten betroffen sind dabei die Achselhöhlen, die Leistengegend, der Genitalbereich, die Bauchfalten und die Hautfalten unter den weiblichen Brüsten.

Zu Beginn der Erkrankung entzünden sich die Haarfollikel und die zugehörigen Talgdrüsen in diesen Regionen. Die betroffenen Hautpartien schwellen an und es entstehen Knoten, die man ertasten kann.

Im Laufe der Zeit kommt es zu immer schwerwiegenderen Eiteransammlungen und zur Bildung von Fisteln. Hierbei handelt es sich um Verbindungskanäle, die von der Haut bis hin zu den inneren Organen reichen können. Akne inversa breitet sich von den entzündeten Haarfollikeln wie ein Wurzelsystem aus, wenn man nicht dagegen vorgeht.

Bei der Entleerung der Eiteransammlungen treten Eiter, Talg und andere übelriechende Flüssigkeiten hervor.

Im Laufe der Zeit kommt es außerdem zu sichtbaren Aknenarben, die das Erscheinungsbild der betroffenen Hautpartien nachhaltig negativ verändern.

Psychische und körperliche Folgen

Die Symptome von Akne inversa schränken die Lebensqualität des Patienten stark ein – sowohl im körperlichen als auch im psychischen Sinne. Im schlimmsten Fall erlangt die Krankheit Macht über sämtliche Lebensgebiete.

Die Schmerzen, die Akne inversa verursacht, können beispielsweise zu Schlafstörungen und Bewegungseinschränkungen führen.

Aufgrund des Aussehens und den regelmäßigen Entleerungen der Eiteransammlungen entsteht beim Patienten ein Ekelgefühl gegenüber sich selbst. Der Patient schämt sich für seinen Körper, flüchtet sich in Fettsucht (Adipositas), versteckt sich vor seinem Partner oder seiner Partnerin (Einschränkung des Sexuallebens) und isoliert sich sozial. Darunter leiden sowohl das Berufs- wie auch das Privatleben.

Des Weiteren kommt es zu einer regelmäßigen Verschmutzung der Kleidung, zu Weichteilschwellungen (Lymphknoten) und zur Entstehung von Folgeerkrankungen. Darunter fallen beispielsweise Blutarmut (Anämie) und Tumore im Genitalbereich.

Zusätzlich besteht eine Scheu vor dem Kinderkriegen, da Akne inversa erblich bedingt zu sein scheint.

Ursachen der Hauterkrankung

Aufgrund der Seltenheit von Akne inversa ist über die Krankheit bisher nicht allzu viel bekannt. Nach dem heutigen Wissensstand können die Ursachen sowohl auf gewisse Risikofaktoren, als auch auf die Erbanlagen zurückgeführt werden.

Zu den Risikofaktoren zählen beispielsweise Rauchen und Übergewicht. Auch Nassrasuren, Schweiß und zu enge Kleidung können den Verlauf von Akne inversa begünstigen. Privater und beruflicher Stress und psychische Belastungen schwächen den Patienten zudem, was das Risiko für Akne inversa ebenfalls erhöhen kann.

Des Weiteren geht man heute davon aus, dass die Anlagen zur Ausbildung der Krankheit vererbt werden können. Forscher haben festgestellt, dass sich die Krankheit in einigen Familien häuft. Außerdem tritt Akne inversa häufig in Kombination mit rheumatischen Erkrankungen auf.

Diagnose der Krankheit

Aufgrund der Seltenheit von Akne inversa tun sich viele Mediziner bei der Diagnose der Krankheit schwer. In den meisten Fällen – insbesondere im Anfangsstadium – halten Ärzte die Symptome für Schweißdrüsenabszesse. Es kommt nicht selten vor, dass es einige Jahre dauert, bis der Patient die korrekte Diagnose erhält.

Grundsätzlich muss der behandelnde Arzt aufgrund des klinischen Bildes entscheiden, um welche Krankheit es sich am ehesten handelt. Idealerweise geht er dabei nach dem Ausschlussverfahren vor, sodass Krankheiten mit ähnlichen Symptomen nach und nach ausgeschlossen werden.

Jedoch: Akne inversa führt zu bestimmten Veränderungen der Zellstruktur der Haut, weshalb die Krankheit relativ leicht über eine histologische Untersuchung festgestellt werden kann. Dazu werden Teile der Haut unter einem Mikroskop untersucht.

Der genaue Verlauf der Fisteln, die meist erst im Laufe eines späteren Stadiums entstehen, wird mithilfe einer Röntgenkontrastuntersuchung oder einem speziellen Röntgenverfahren sichtbar gemacht.

Behandlung von Akne inversa

Akne inversa muss in der Regel operativ entfernt werden. Eine konservative Behandlung, die eine solche Operation überflüssig machen würde, kann allerhöchstens in einem sehr frühen Stadium der Krankheit erfolgen. Aufgrund der eben genannten Problematik bei der Diagnose fällt diese Möglichkeit in den meisten Fällen jedoch weg.

Die konservative Behandlung erfolgt immer in Form eines Antibiotikums. Bei Frauen können zudem Antiandrogene hilfreich sein, die die Konzentration der männlichen Sexualhormone im Organismus senken. Androgene spielen bei Akne eine wichtige Rolle.

Auf chirurgischem Wege unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Behandlungsmethoden, die je nach Stadium und Ausbreitung der Akne inversa zum Einsatz kommen können.

1.) Die klassische Operation

Im fortgeschrittenen Stadium hilft bei Akne inversa nur noch die großflächige Entfernung der Haut sowie des Unterhautfettgewebes. Aufgrund der Größe der betroffenen Flächen ist die Wundheilung häufig problematisch. Hier gibt es jedoch verschiedene Lösungsansätze, die die Wundheilung beschleunigen sollen. Grundsätzlich wird individuell von Fall zu Fall entschieden, wie man idealerweise dabei vorgeht. Es stehen drei Möglichkeiten zur Auswahl (Sekundärheilung, Nahlappenplastik, Spalthauttransplantation).

Eine solche Operation erfolgt normalerweise in speziellen Hautkliniken, in Zentren für plastische Chirurgie und in einigen Universitätskliniken. Während der Operation wird man versuchen, so viel wie möglich über Akne inversa herauszufinden, um in Zukunft noch effektivere Behandlungsmöglichkeiten anbieten zu können.

2.) Lasertherapie

Das befallene Hautgewebe wird mithilfe eines Lasers nach und nach abgetragen. Diese Form der Behandlung kommt eher selten zum Einsatz.

3.) Öffnung der Entzündungsherde

Die chirurgische Öffnung der Entzündungsherde kann bei Akne inversa Linderung verschaffen. Hierbei wird die Wurzel des Problems jedoch nicht behandelt. Lediglich die Symptome werden gelindert. Es handelt sich also um keine Behandlungsmöglichkeit, die das Problem aus der Welt schafft.

Prognose bei Akne inversa

Trotz Operation ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass Akne inversa erneut auftritt. Es ist daher nicht unüblich, dass sich betroffene Patienten mehreren Operationen unterziehen müssen.

Grundsätzlich gilt: Je früher die Krankheit diagnostiziert wird, desto effektiver kann sie behandelt werden. Eine Operation wird so schnell wie möglich empfohlen, um die Beeinträchtigung der Lebensqualität so gering wie möglich zu halten.